Eigentlich
ist er gar nicht 'mein' Garten. Er steht allen im Haus zur Verfügung.
Besitz ist aber auch nicht gemeint. Es geht um Nähe. Ich fühle,
spüre, rieche, sehe und höre den Garten gern und ich achte ihn
hoch. Er macht mich glücklich, in dem Moment, da ich ihn wahrnehme.
Und es beruhigt mich, wenn ich an ihn denke. Es ist gut, dass er da ist.
Einfach da sein, ist quasi sein Motto. Er ist ein kleiner Kosmos, in dem
jede Kreatur ihren Platz hat. Seit Jahren immer die gleichen. Generationen
von Amseln, Asseln, Ameisen, Hummeln, Bienen, Miniwespen, Grasmilben, Regenwürmern
und Rosenblüten. Die Pflanzen düngen den Boden, der Boden ernährt
die Pflanzen, Tiere ernähren sich von den Pflanzen und von gestorbenen
Tieren ... Und das ist nur, was ich mittlerweile sehe. Nichts in dem Garten
muss irgendetwas tun, wozu es nicht geschaffen wäre. Wenn die Sonne auf-
oder untergeht, dann wird aufgeblüht, gefressen, Haus gezimmert, vor
Leben gestrotzt, um Paarung geworben und Nachwuchs versorgt. Alles funktioniert
perfekt und überraschend friedlich. Alle sind hoch motiviert, nichts
bremst ihre Zielstrebigkeit. - Seit ich mein menschlich deformiertes Bewusstsein
abschalten kann, passe auch ich immer wieder mal vorübergehend in diesen
Kosmos. Aber er ist ja leider nicht meiner. Ich kann ihn nur lieben.
Clematis liebt Halbschatten
Gras liebt Freiheit, Licht und Wasser
Moos kann Früchte tragen
Schnittlauch kann blühen
Rosen können duften
Solche Beeren bescheren Amseln und Meisen 3 schöne Wintertage
Unsere Amsel lockt auf der Straße eine externe Hochzeiterin
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