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Wahre Geschichten ?

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Die Reform
Es war einmal ein Staat, der hatte Gesetze, von denen keiner wusste.
"Hören sie, Herr Bundeskanzler", sagte der Amtsleiter als er vorsprechen durfte,"keiner weiß von den Gesetzen, die wir anwenden sollen und keiner glaubt sie mir. Auch die Beamten nicht. Ich kann sie nicht durchsetzen."
"Und was kann ich da für sie tun ?" fragte der Kanzler.
"Wie wär's wenn sie eine Reform machten, angeblich zumindest, mit ganz viel Medien-Tamtam diese alten Gesetze als neue verkauften, damit jeder von ihnen erfährt ? Dann hätten sie was zu tun und wir sparten Geld für die Aufklärung", schlug der Amtsmann vor.
"Abgemacht", freute sich der Kanzler, dem eh keine neuen Gesetze mehr einfielen.
"Die Regierung brütet über eine grundlegende Sozialreform", prangte es nun auf allen Zeitungen. Journalisten waren heiß auf die Inhalte. Als die ersten Texte vorlagen, ging ein Raunen um. "Endlich wird mal was entscheidendes getan", jubelten die einen. "Katastrophaler Sozialabbau", kritisierten die anderen.
In Diskussionen musste der Kanzler seine Gesetzesentwürfe erklären. Dazu hatte der Amtsleiter ihm vorher die alten Tischvorlagen aus dem Archiv geholt und zu lesen gegeben.
Die Regierung ging in die Geschichte ein, als diejenige, die den Staat umbaute.
Und keiner hatte was gemerkt.
Nur dieser Blick des Kanzlers und des Amtsleiters hätte sie verraten, wenn jemand auf ihn geachtet hätte.
Aber in der Politik guckten viele so starr, aus vielerlei Gründen, da fiel das nicht weiter auf.






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