Letzte Änderung: 28.06.2010
Wenn die Eierstöcke keinen Bock mehr haben
Infos und Erfahrungen zu Beginn, Dauer, Verlauf und Ende der Wechseljahre
Angaben
ohne
Gewähr
Was die Wechseljahre sind, wann sie eintreten, wodurch sie sich zeigen, wie sie sich anfühlen, welche Begleiterscheinungen und Folgen sie produzieren und wie lange sie dauern, habe ich bei Internetrecherchen z.T. missverständlich oder sogar widersprüchlich beschrieben gefunden. Alles, was mir schließlich aber allgemeingültig zu sein schien und was mir auf dem Hintergrund meiner eigenen Erfahrungen wahr und treffend beschrieben erscheint, trage ich auf dieser Seite zusammen.
Die Abschnitte "Gefahren" (Teil von "Nebeneffekte") und "Hormoneller Prozess" sind bislang noch ohne Inhalt.
Im Leben einer Frau nimmt das Thema Empfängnisfähigkeit einige Jahrzehnte lang einen großen Raum ein. Mit viel Aufwand stellt der Körper sie her (Pubertät) und frischt sie monatlich auf (Zyklus). Und auch der Abschied von ihr (Wechseljahre) beschäftigt Frauen-Körper zumindest lange. Die Hormonstati, die jeweils mit den Lebensstadien Pubertät, Blütezeit, Wechseljahre einhergehen, beeinflussen zudem noch viel mehr als nur die Empfängnisfähigkeit. Der gesamte Körper und auch die Psyche funktionieren in den verschiedenen Stadien unterschiedlich und Frauen fühlen sich jeweils entsprechend anders.
Langwierige Umstellung der geschlechtshormonellen Situation im Organismus der Frau, die sich an ihre geschlechtliche Blütezeit anschließt. An ihrem Anfang steht eine sich ändernde Hormonproduktion in den Eierstöcken, in ihrer Mitte das Ende der Fruchtbarkeit und am Ende steht das völlige Verkümmertsein der Eierstöcke. Relativer Hormonmangel kann innerhalb dieses Prozesses zu akuten Begleiterscheinungen führen, führt dauerhaft zur Veränderung des Erscheinungsbildes und ist verantwortlich für spezielle Gesundheitsgefahren.
Die Wechseljahre beginnen Im Schnitt 11 Jahre vor der Menopause (allerletzte Blutung).
Durchschnittlich 30 Jahre (20-40 Jahre) nach ihrer ersten Blutung hat eine Frau ihre letzte. Zu dem Zeitpunkt hat die Frau schon ca. zweidrittel ihrer Wechseljahre hinter sich.
Iranische Forscher/innen haben eine Methode entdeckt, mit der der Eintrittszeitpunkt der Menopause bei einer Frau verblüffend genau
vorhergesagt werden kann. Dazu wird der Spiegel des Anti-Müller-Hormons (AMH), das die Entwicklung von Follikeln in den Eierstöcken
steuert, im Blut der Frau gemessen. Je mehr davon im Blut vorhanden ist, umso später tritt die Menopause ein.
Konkret deute etwa eine AMH-Konzentration von 4,1 Nanogramm pro Milliliter bei einer 20-Jährigen auf eine
Menopause im Alter unter 45 hin und eine AMH-Konzentration von 4,5 Nanogramm pro Milliliter oder mehr bei einer 20-Jährigen hingegen
auf eine Menopause mit ungefähr 52 Jahren.
Die Forscher/innen hatten innerhalb von 12 Jahren wiederholt Blutproben von 266 Frauen im Alter zwischen 20 bis 49 Jahren genommen, und
den Eintritt der Menopause bei den jeweiligen Frauen aufgrund der AMH-Werte und mit Hilfe eines entwickelten Modells geschätzt. Sie lagen bei den 63 Studienteilnehmerinnen, die während des Untersuchungszeitraums ihre Menopause hatten, im
Schnitt mit ihrer Prognose nur um 4 Monate neben dem tatsächlichen Eintrittszeitpunkt der Menopause. Maximal kamen Abweichungen von 3-4 Jahren vor.
Die Forscher/innen selbst sagen, dass die Methode noch weiter erforscht und abgesichert werden müsse, bevor Hausärzte den Bluttest
anwenden und so den Frauen bei ihrer Lebensplanung helfen könnten.
Quellen:
wissenschaft-aktuell.de | spiegel.de | apotheke-adhoc.de |
1a-krankenversicherung.org
Die Wechseljahre dauern im Schnitt insgesamt 15 Jahre (10-20 Jahre).
Im Schnitt sind die Wechseljahre 4 Jahre nach der Menopause vollständig durchlebt.
Die Wechseljahre bestehen aus den folgenden Phasen:
Die Eierstöcke verändern ihre Hormonproduktion derart, dass die Fruchtbarkeit nach und nach abnimmt. Hinweise darauf, dass sich eine Frau in dieser ersten Phase der Wechseljahre befindet:
Änderung der Periode
Die Fruchtbarkeit neigt sich nun auffälliger dem Ende zu. Hinweise, dass Sie sich in dieser Phase befinden:
Letzte Blutung, also Ende der Blutungszyklen und somit absolutes Ende der Fruchtbarkeit. Den Zeitpunkt kann man erst ein Jahr später sicher bestätigen/bestimmen, dann nämlich, wenn wirklich keine Blutung mehr nachkam. Es handelt sich hier also eigentlich nicht um eine Phase, sondern um einen Zeitpunkt.
Keine Ahnung, was hier speziell los sein soll. Ich schätze, dass die Menopause einen noch stärkeren Hormonmangel als zuvor markiert und nun besonders heftige Anpassungsleistungen an das neue Hormonniveau nötig sind.
Die Eierstöcke verkümmern nach und nach und stellen schließlich auch noch ihre schwächlich verbliebene Reste-Produktion ein.
Dem Körper bleibt schließlich noch die Möglichkeit, geringfügige Mengen Ersatzöstrogens in Fettzellen zu produzieren, um hier und da mal was fürs Grobe zu haben. da ja überall im Körper Östrogen angefordert wird.
Klar, der Organismus muss sich kräftig umstellen und letztlich ganz neu organisieren. Nicht nur die Geschlechtshormone, sondern der gesamte Hormonhaushalt hängt da mit drin. Da gerät einiges vorübergehend durcheinander.
Typische Begleiterscheinungen dazu können sein:
Dies sind aber nur die häufig in dem Zusammenhang wahrgenommenen Begleiterscheinungen. Weitere sind, insbesondere individuell, möglich. Erschöpfend erforscht ist das ganze - besonders bzgl. der Einstiegsphase - noch nicht. Der Organismus findet letztlich auch nicht gerade zu neuen Lösungen mit denen wir höchst selbstzufrieden 1000 Jahre alt werden könnten. Denn leider geht's hier nicht einfach rückwärts durch die Pubertät. Da werden diverse Stoffwechselhaushalte nicht unbedingt zu unserer (westlich zivilisierten) Freude verändert. Besonders ab der Menopause und im Verlaufe des beginnenden Alters gibt es unerfreuliche Veränderungen an Haut und Haaren sowie im Fett- und Knochenstoffwechsel und langfristig tut unseren Organen der Östrogenmangel nicht gut. Alles, was aber vorher wegen Östrogen nicht so toll war, wird nun besser: gutartige Knoten in der Gebärmutter schrumpfen. Und alles, was auch wegen Progesteron nicht so toll war, findet ab der letzten Blutung ein Ende: Nie mehr Tampons kaufen und wechseln, kein Prämenstruelles Syndrom mehr. Angeblich nehmen ein Drittel der Frauen gar keine Begleiterscheinungen der Wechseljahre wahr, ein weiteres Drittel erlebt sie nicht so stark und das letzte Drittel hat mittelstark bis schwer damit zu kämpfen. (Also ungefähr die Aufteilung wie bei den Periode-Beschwerden.)
Während die akuten Begleiterscheinungen kommen und gehen und z.T. irgendwann wieder ganz verschwinden, zeigt der veränderte Hormonhaushalt dauerhaft seine Spuren im Erscheinungsbild der Frau.
Das, was schon während der Wechseljahre auffällt:
Inwiefern typische sonstige oder spätere Veränderungen des Erscheinungsbildes ebenfalls hauptsächlich auf den relativen Hormonmangel zurück zu führen sind, weiß ich nicht.
Diesen Abschnitt muss ich ein andermal nachtragen. Hier werden dann z.B. die Folgen, die der Hormonmangel für diverse Organe hat, stehen.
Auch diesen Abschnitt muss ich ein andermal nachtragen. Hier wird dann beschrieben, welche Hormone ihren Status wie ändern.
An anschaulicher Aufklärung, die auch den notwendigen Identitätswandel unterstützt und ihre Empfängerinnen erreicht, fehlt es. Begriffsverwirrung führt zu inhaltlichen Vermischungen, die den Informationswert einzelner Infos letztlich wieder in Frage stellt. Auf Internetseiten sind Infos oft nicht mal in sich logisch aufbereitet. Erfahrungsberichte von Müttern sind mager. Gleichaltrige wissen auch nichts. Das Gefühl der Kompetenz bzgl. der Wechseljahrsthemen belässt unsere Gesellschaft offenbar fast ausschließlich in den Händen professioneller Profitierer. Pillen gibt's nicht nur für die echten Krankheiten, sondern auch für die Aufrechterhaltung des Missglaubens, die eigene Blütezeit dauere bis 50 und in unserer modernen Zeit vielleicht sogar noch länger. Seit den ersten Schäden, die dadurch verursacht wurden, begegnet man Aussagen wie: Die Wechseljahre der Frau seien etwas natürliches, man solle sie nicht als Krankheit verstehen. (Daneben findet man dennoch die Pillen-Anzeigen. Diesmal vielleicht Placebos.)
Frauen sind offenbar ziemlich allein, mit einem verschwommenen Gespenst namens Wechseljahre, das sie dereinst heimsuchen wird, gerade überrollt oder ihre Vergangenheit teilweise in Nebel hüllt. Männer haben's auch nicht besser; die glauben in der Mehrheit noch, sie hätten keine Wechseljahre. Allerdings warten sie dafür auf ihre Midlife-Krise. Und alle anderen mit, das ist auch nicht schön.
Was besondere Verwirrung stiftet:
Nicht alle Professionellen reden von den Wechseljahren nach dem Phasenkonzept, wie ich das hier tue. Dennoch verwenden sie ggf. alle Begriffe, die darin vorkommen. Häufig werden alle Phasen vor der Menopause gar nicht den Wechseljahren zugeordnet, auch wenn zugleich die dort auftretenden Hinweise und Begleiterscheinungen sehr wohl benannt werden. Richtzahlen bzgl. der Dauer der Wechseljahre beziehen sich dann also möglicherweise ausschließlich auf die Zeit nach der letzten Blutung oder ergeben einfach keinen Sinn mehr. Zuweilen werden die Begriffe Wechseljahre und Menopause sogar als Synonyme verwendet. Oft wird bei Infos, je nachdem, welcher Aspekt der Wechseljahre gerade in den Fokus des Autors rückt, zwischen verschiedenen Phasenmodellen hin und her gesprungen, ohne dass das benannt würde.
Aufruf:
Nehmen Sie ihre Wechseljahre wahr und geben Sie ihre Erfahrungen weiter, vertuschen Sie sie nicht vor sich und anderen. Jüngere Frauen werden es Ihnen danken mit gestärkter Entwicklungsidentität. Und: Fragen Sie Professionelle, die mit Ihnen darüber reden, vorsichtshalber immer, welche Phase/n sie den Wechseljahren zuordnen, sie reden sonst möglicherweise aneinander vorbei. Das werden Sie daran merken, dass sie, wieder zu Hause, dann letztlich doch nichts wirklich im Zusammenhang verstanden haben. Hinterfragen Sie auch Infos, die sie lesen.
* Meine Menopause trat aufgrund einer Eierstöcke schädigenden Chemo-Therapie verfrüht ein, wahrscheinlich jedoch nur geringfügig, wie man folgend an meinen Hinweisen zu den Phasen sehen kann. Ohne Chemo-Therapie hätte ich nach meiner Schätzung wohl nur noch höchstens ein Jahr gehabt, allerhöchstens zwei. Bis dahin verschiebt sich also nicht so ungeheuer viel.
* Wegen einer Antihormontherapie, der ich meinen Körper, bis ich 50 bin, zusätzlich aussetzen muss, weicht der weitere Verlauf meiner Wechseljahre von den normalen Verläufen derart ab, dass er extremer ist; denn die Therapie verhindert, dass mein Körper ggf. noch vorhandenes Östrogen erkennen kann. Insofern fehlt es mir nicht nur sehr, sondern zu 100%. Ich nehme außerdem an, dass mein Körper sich nach Beendigung der Therapie nochmals umstellen muss, diesmal darauf, dass dann doch wieder geringe Mengen zumindest eines im Fettgewebe gebildeten (Ersatz)östrogens zur Verfügung stehen.
Die Erkenntnis, dass ich (auch auf natürliche Weise) die Wechseljahre schon mit ca. 50 Jahren komplett durchlaufen haben werde, verblüffte mich, als ich sie erstmals hatte, da ich immer annahm, dass ich ca. dann erst in die Wechseljahre eintreten würde.
Mein Blutbild gibt nicht eindeutig Aufschluss darüber, ob ich tatsächlich jenseits der Menopause bin. Es folgt jedoch keine weitere Periodenblutung.
Keine Periodenblutungen mehr.
Da sie keine Phase, sondern nur ein Zeitpunkt ist, gibt es zu der Absonderlichkeit der Art der letzten Periode nichts weiter zu berichten.
Häufige und extreme Schweißausbrüche sowie Hitzewallungen; Änderung meiner Proportionen, am auffälligsten für mich ist die leichte Speckschicht auf dem Rücken und an den Oberarmen, die ich plötzlich habe (kann aber auch Folge des vielen Kortison sein, das ich während der Chemo bekommen habe); Neigung zu Lymphstau in den Beinen, langes Sitzen wirkt sich verheerend aus; Cellulite mittlerweile sehr stark ausgebildet; Vagina wird nur langsam wieder feuchter und produziert wieder mehr Schmiermittel, ihre Nutzbarkeit ist vergleichsweise aber immer noch stark eingeschränkt; Haarwachstum am gesamten Körper, fast zwei Jahre nach der Chemo, immer noch nicht normalisiert, weshalb ich dazu nichts sagen kann.
Erläuterung zu Schweißausbrüchen und Hitzewallungen:
Ich bin rund um die Uhr quasi ein Feuchtbiotop. Ich habe am ganzen Körper stets mindestens einen Schweißfilm, häufig aber läuft der Schweiß sogar in Strömen am gesamten Körper aus mir raus und wo ich gehe, stehe und sitze tropfe ich und hinterlasse Feuchtigkeit. Zudem wirke ich häufig als würde ich jeden Moment explodieren (hochroter Kopf). Die Hitzewallungen fühlen sich an, als wäre ich plötzlich in einer viel zu heißen Sauna eingesperrt und hätte dabei Winterklamotten an. Sie bedeuten also eine extreme Notsituation, die ich im Zentrum meines Rumpfes fühle und sie führen zuweilen tatsächlich bis kurz vor einen Kreislaufkollaps. Ich kann mir dann nicht helfen. Mein Organismus findet keine Möglichkeit das auszugleichen. Jede Erschöpfungsphase, jeder noch so geringe Temperaturwechsel, jede direkte Sonnenbestrahlung, jedes plötzliche Gefühl sowie Hunger, Essen, Durst und Trinken und auch Extrembedingungen wie stickige Räume oder hohe Luftfeuchtigkeit bewirken besondere Schübe dieser Phänomene. An heißen Tagen kann ich nicht so viel trinken wie ich schwitze, nach vier Litern gebe ich auf.
Das hilft:
Insgesamt nützen mir meine früheren Erfahrungen bzgl. innerer Ausgleichsaktionen nichts mehr und ich muss mich auf die neue Situation einlassen und neu lernen. Da ich nichts Entscheidendes dagegen tun kann, bleibt mir nichts, als mich zunächst einmal damit zu arrangieren, dass ich halt in den unmöglichsten Situationen extrem erröte und anhaltend klitschnass verschwitzt bin. Unbedingt nötig ist das Mitführen eines Schweißtuchs und eines Fächers. Lindernd wirkt es, mich möglichst leicht zu bekleiden, so, dass ich, sofern das Wetter es zulässt, etwas friere und außerdem, wann immer dies möglich ist, Temperaturwechsel und Extremeinflüsse zu vermeiden. Frieren macht dem Körper Schwitzen und Hitzewallungen nämlich offenbar zeitgleich unmöglich. Da aber Unterkühlung vermieden werden muss, kann das nur für Pausen sorgen. Kleidung muss leicht an- und ausziehbar sein. Jacken sind besser als Pullis. In Momenten größter Not sorgt Kleidung vom Leib reißen, Fenster öffnen, Heizung ausschalten, etc. zumindest dafür, dass ggf. ein Kollaps verhindert wird. An heißen Sommertagen sind Schatten und Wind nötig, notfalls künstlicher. Am hilfreichsten sind Außentemperaturen zwischen 12 und 17 Grad. Da muss ich mich im Ernstfall aus nicht zuviel Kleidung schälen und kann milde Frierpausen einlegen.
Meine Begleiterscheinungen wurden als besonders krass eingeordnet. Jeder, der sie miterlebt hat, war schockiert.
Erst jetzt, zwei Jahre nach der Menopause, ist eine deutliche Abnahme dieser Erscheinungen sicher zu verzeichnen. Ggf. werden sie von etwas anderem abgelöst, aber das ist noch unbestätigt, also schreibe ich noch nicht weiter darüber.
Noch bin ich nicht in dieser Phase. Ich schätze, dass ich mich im Übergang zu ihr befinde.
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